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Beyond Wor(l)ds 360°: Globales_Literarisches_Lernen
Laufzeit: September 2024 – September 2025
Co-Antragstellerin: Dr. Jennifer Wengler
Förderung: Studienqualitätsmittel der Leibniz School of Education (Leibniz Universität Hannover)
Fördersumme: 26.439 €
Beyond Wor(l)ds 360° – Jenseits von Worten, jenseits von (Fach-)Grenzen globales literarisches Lernen mit Virtual Reality und 360°-Szenarien anbahnen?
Teilaspekten dieser Frage ging die Lehrveranstaltung „Travesías transareales – exploraciones virtuales: Reisen, Transfer und Migration in spanischsprachigen TextVRelten und 360°“ im Rahmen des LSE-geförderten und fachbereichsübergreifenden Projektes „Grenzüberschreitungen: Reisen und Migration durch Literatur und Virtuelle Realität erfahrbar machen“ im SoSe 2024 anhand des Themenkomplexes „Migration“ nach. Vorabergebnisse der lehrveranstaltungsbegleitenden wissenschaftlichen Erhebung zeigen, dass (Lehramts-) Studierende die Verzahnung von Literaturwissenschaft und Virtual Reality (VR) als furchtbare Symbiose erachten und in der erweiterten Text- bzw. Themenrezeption methodisches Potenzial für die Fremdsprachendidaktik im universitären und ebenso im schulischen Kontext erkennen. Auch die informellen Kommentare der Studierenden im Kontext der durchgeführten literaturwissenschaftlichen Lehrveranstaltung geben ein ähnliches Meinungsbild wieder: Virtual Reality kann, so die Annahmen der Studierenden, die Perspektivübernahme und Empathiefähigkeit von Fremdsprachenlernenden fördern und landeskundliche und kulturspezifische Kontexte durch virtuelle Projektionen in 360°-Szenarien als Einzel- und Gemeinschafts- erlebnis greifbarer werden lassen – besonders dann, wenn dem Seminar keine Mittel zur Durchführung von Exkursionen zur Verfügung stehen.So konnte im Kontext des literaturwissenschaftlichen Seminars durch die Verbindung von unterschiedlichen diasporischen Literaturen mit VR-Kontexten das Interesse der Studierenden für verschiedene spanischsprachige Kulturen und für die Diversität der spanischsprachigen Welt geweckt werden. Durch das multimodale Aufzeigen von Konflikten anhand des Themas Migration wurden die Studierenden ebenfalls besonders intensiv für historisch gewachsene Ungleichheitsstrukturen, die bis in die Gegenwart ausstrahlen, sensibilisiert. Neben der Seminarkonzeption, die auf eine interkulturelle, digitale und literarästhetische Kompetenzförderung abzielt, ermöglicht vor allem die praxisorientierte Studienleistung, sich mit Konflikten der Gegenwart facettenreich analytisch auseinanderzusetzen. In Form einer künstlerischen Projektarbeit fertigen die Studierenden in Gruppen ein eigenes 360°-Video auf Grundlage eines literarischen Textes zum Thema Migration an. Diese Form der künstlerischen (weiterführenden) (Text-)Bearbeitung schult das Bewusstsein der Studierenden für die Produktion und Rezeption von (digitaler) Kunst und Literatur, in diesem Fall von VR-Welten. Die Möglichkeit VR-Welten ausgehend von ihrem literarischen Wissen zu kreieren und zu erforschen, führt den Studierenden in der kreativen Bearbeitung gleichzeitig die Aktualität und Signifikanz der in den Texten verhandelten Themen sowie die Notwendigkeit der Förderung von interkultureller Kompetenz vor Augen. Von der Idee bis zum Ergebnis wird durch die Konzipierung von VR-Welten nicht nur verstärkt die Kreativität und das eigenständige (experimentelle) Arbeiten der Studierenden gefördert, sondern auch eine kritische Bewusstseinsbildung für das Wahrnehmen und Dekonstruieren von lebensweltlichen Ungleichheiten ausgebildet.
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[Bildung 2030=] Bildung 2030. Plattform für Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung. (Im Auftrag des Österreichischen Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie) (o.J.), „Was ist Globales Lernen?“, https://bildung2030.at/globales- lernen/was-ist-globales-lernen/.
[BMBF 2021=] Bundesministerium für Bildung und Forschung (2021): „Berliner Erklärung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung“, https://www.bne-portal.de/bne/shareddocs/downloads/files/Berliner_ Erklärung_barrierefrei.pdf?__blob=publicationFile&v=7.
Brinkerhoff, Jennifer (2009): Digital Diasporas: Identity and Transnational Engagement. Cambridge: Cambridge University Press.
Carpus e.V. (2021): Globales Lernen. Inspirationen für den transformativen Unterricht, Bielefeld: wbv.
Exner, Isabel; Rath, Gudrun (2015): Lateinamerikanische Literaturtheorien: Grundlagentexte. Konstanz:Konstanz University Press.
Freire, Paolo (2021 [1992]): Pedagogy of Hope. Reliving pedagogy of the oppressed. London u.a.:Bloomsbury.
[MK Niedersachsen 2021=] Niedersächsisches Kultusministerium (2021): „Bildung für nachhaltige Entwicklung(BNE) an öffentlichen allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen sowie Schulen in freier Trägerschaft. RdErl. d. MK v. 1.3.2021 – Az. 23.5 80009/ 1 -VORIS 22410.
Wengler, Jennifer (2020). „Mit Digital Storytelling kritisches Denken fördern und für den Umweltschutz sensibilisieren“. In: französisch heute (51/4), 5-10.
Wengler, Jennifer (2023). „Digital Storytelling: Potenziale für den Spanischunterricht“. In: Bär, Marcus; Arriagada, Melanie; Gropper, Alexander (Hrsg.): Diálogos en el aula – Digitales Lehren und Lernen als Schnittstelle für die Kompetenzförderung im Spanischunterricht (=Romanische Sprachen und ihre Didaktik). Stuttgart: Ibidem, 209-234.
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Traspasar Fronteras: Viajes y Migración a través de la Literatura y la Realidad Virtual (Grenzüberschreitungen: Reisen und Migration durch Literatur und virtuelle Realität erfahrbar machen)
Laufzeit: März 2024 – August 2024
Co-Antragstellerin: Dr. Jennifer Wengler
Förderung: Studienqualitätsmittel der Leibniz School of Education (Leibniz Universität Hannover)
Fördersumme: 7.740 €
Die Themen Einwanderung und (illegale) Grenzüberschreitungen bestimmen gegenwärtige Debatten im In- und Ausland und scheinen eine internationale Wertegemeinschaft, welche von zahlreichen transarealen Konflikten herausgefordert wird, tief zu spalten. Weltweit werden Demokratien von anwachsenden nationalistischen und rechtspopulistischen Gruppierungen herausgefordert, welche ideologisch und rhetorisch Hass schüren und “Fremden“-Feindlichkeit verbreiten. Dem will dieses Projekt entgegenwirken. Auch Lateinamerika und die Karibik sind Regionen, die seit der Kolonialisierung von unterschiedlichen Zirkulationsprozessen und anhaltenden Machtasymmetrien geprägt wurden (vgl. Jelin/Motta/Costa 2018, vgl. auch Eguren Rodríguez 2020), welche bis heute die Lebensräume vieler Menschen bestimmen. Armut und Gewalt, politische und wirtschaftliche Krisen, Verfolgung oder Chancenungleichheit aufgrund von race, gender, politischer oder religiöser Einstellung treiben Menschen fern legaler Auswanderung zur illegalen inter- und transkontinentalen Migration an (vgl. Amnesty 2020, 2022, vgl. auch Mayblin/Turner 2021). Statistiken (vgl. UNESCO 2019, IDB/OECD 2021) täuschen oft darüber hinweg, dass sich hinter den erhobenen Daten meist tragische individuelle oder kollektive Schicksale verbergen: Menschen in Not, die für die Hoffnung auf ein besseres Leben bereit sind, unvorstellbare Gefahren auf sich zu nehmen. Auf einem langen Weg werden vielen von ihnen durch (non-)verbale, teils strukturelle Gewalt Rechte und Menschenwürde genommen.
Im Fokus der geplanten Lehrveranstaltung der Literatur- und Kulturwissenschaft mit Workshopcharakter („Travesías transareales – exploraciones virtuales: Reisen, Transfer und Migration in spanischsprachigen TextVRelten und 360°“ [Arbeitstitel], Rempel SoSe 24) stehen künstlerische Produktionen des 20. und 21. Jhs. verschiedener spanischsprachiger Regionen, welche Raum-, Reise-, Grenz- und Migrationserlebnisse thematisch in den Fokus nehmen und damit die Geschichten hinter ebenjenen empirischen Zahlen sichtbar werden lassen. Die künstlerischen Auseinandersetzungen mit dem Zeitgeschehen bespiegeln Konflikte räumlicher Bewegungen −von imaginierter Reise über Fluchterlebnisse bis hin zu Neuanfängen− und eröffnen Diskurs- und Erinnerungsräume jenseits einer nationalen oder dominierenden, eurozentrischen Perspektive. Im Gesamten zeichnen sich diese Literaturen durch einen hohen Immersionscharakter aus. Sie fördern Empathie und Perspektivübernahme und bieten daher gleichermaßen großes Potenzial für den modernen Fremdsprachenunterricht, in welchem Themenkomplexe wie Globalisierung und Migration eine wichtige Rolle spielen, ebenso die Förderung inter- bzw. transkultureller und literarästhetischer Kompetenzen. Besonders in den neuen Bildungsstandards wird der Förderung plurikultureller, literarästhetischer und fremdsprachenspezifischer digitaler Kompetenzen eine übergeordnete Rolle zu teil (vgl. KMK 2023), deren Förderung das geplante Projekt bereits in der Lehramtsausbildung von Spanischstudierenden sinnvoll zu verknüpfen sucht. Das Seminar wird dabei auf eine transareale Textauswahl zurückgreifen, um die Studierenden nicht nur für Zusammenhänge ausgewählter Regionen der spanischsprachigen Welt, sondern mit Blick auf unterschiedliche Diasporakulturen, auch für die Diversität der hispanischen Literatur zu sensibilisieren.
Auch Virtual Reality (VR) ist ein Medium, das der Entwicklung von Empathie und Perspektivübernahme äußerst zuträglich ist, weswegen es in den Künsten, Medien und Museen immer öfter zum Einsatz kommt (vgl. z. B. das Kunst- und Forschungsprojekt Wearable Theatre der FH St. Pölten). Das immersive Eintauchen in fremde Orte mittels VR kann zu einem so ausgeprägten räumlichen Präsenzerleben führen, dass Rezipient:innen glauben, sie wären tatsächlich vor Ort gewesen (vgl. Ergebnisse aus dem durch LSE-SQM-geförderten VR-Projekts von Jennifer Wengler, 2022) – ein Effekt, den sich dieses Projekt zunutze machen will. Die Verzahnung von Literatur und Virtueller Realität erscheint als folgerichtiger Schritt, um übergeordnete Lernziele von angehenden Lehrkräften im Rahmen eines literaturwissenschaftlichen Seminars handlungsorientiert zu erreichen. Das Projekt nimmt sich dabei zum Ziel, kulturpolitische, literarische und digitale Bildung zu verbinden, indem unterschiedliche Kontexte, historisches und landeskundliches Wissen mit Theorien und Methoden der Postcolonial Studies, der Migrations- und Raumforschung der Literatur- und Kulturwissenschaften mit digitalen Methoden der Texterschließung und -interpretation verbunden werden. Stereotype und Diskriminierungsformen sollen durch eine derartige Kompetenzschulung (plurikulturell, literarästhetisch, digital) umfassend dekonstruiert werden.
Dafür nähern sich die Studierenden mithilfe von virtueller Realität (VR-Brillen und 360°-Kameras) über die Textdiskussion hinaus unterschiedlichen kulturellen Kontexten und (Text-)Welten kreativ an. Mittels ausgewählter digitaler VR- und 360°-Medien werden in literarischen Texten präsentierte Szenarien, Räume oder Konflikte begehbar und erfahrbar gemacht. In der virtuellen Realität erleben die Studierenden literarische Ereignisse nach und werden so für die Beweggründe und Hürden unterschiedlicher Migrationsmotive sensibilisiert. Die affektiven Bewegungen durch den virtuellen Raum erweitern die Imaginationskraft der Studierenden und fördern inhaltlichen und interkulturellen Transfer, der für ihren zukünftigen Spanischunterricht unabdingbar ist, da jedes Klassenzimmer ein multikultureller Ort des Austauschs auf Augenhöhe sein sollte.____________________________________________________________________________
Amnesty International (2020). Amerika 2019. Kein gutes Jahr für das Recht auf Asyl und die Versammlungsfreiheit: www.amnesty.de/allgemein/pressemitteilung/nord-und-suedamerika-amerikas- 2019-kein-gutes-jahr-fuer-das-recht-auf
Amnesty International (2022). Perspectiva regional: América. América 2022: www.amnesty.org/es/ location/americas/report-americas/
Becker, C.; Blell, G. (2018). Multimedia Narratives – Digital Storytelling and Multiliteracies. In: Anglistik 29 (1), 129 – 143.
IDB/OECD (2021). Migration flows in Latin America and in the Caribbean. Statistics of Permits of Migrants: publications.iadb.org/publications/english/viewer/Migration-Flows-in-Latin-America-and-the- Caribbean-Statistics-on-Permits-for-Migrants.pdf
(KMK=) Kultusministerkonferenz (2023). Bildungsstandards für die erste Fremdsprache (Englisch/Französisch) für den Ersten Schulabschluss und den Mittleren Schulabschluss. (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 15.10.2004 und vom 04.12.2003 i.d.F. vom 22.06.2023). www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_ beschluesse/2023/2023_06_22-Bista-ESA-MSA-ErsteFremdsprache.pdf.
Jelin, E.; Motta, R.; Costa, S. (2018). Global Entangled Inequalities. Conceptual Debates and Evidence from Latin America, New York: Routledge.
Matz, F.; Wilden, E. (2016). „Die Entwicklung narrativer und audiovisueller Kompetenzen durch selbsterstellte Videoclips: (Multi-)Literacies Pädagogik im Fremdsprachenunterricht.“ In: Blell, G.; Becker, C.; Rössler, A. (Hg.): Web 2.0 und komplexe Kompetenzaufgaben im Fremdsprachenunterricht, Frankfurt am Main: Peter Lang, 187–202.
Mayblin, L.; Turner, J. (2021). Migration studies and colonialism, Cambridge, Medford: Polity Press.
UNESCO (2019): Resumen del Informe de Seguimiento de la Educación en el Mundo 2019: Migración, desplazamiento y educación: Construyendo puentes, no muros, París: UNESCO Digital Library.Weiss, M. J. (o.J.). Die Untersuchung von 360° VR für literarische Stoffe und Konzeption eines theatralen Genres.
Wengler, J. (2020). „Mit Digital Storytelling kritisches Denken fördern und für den Umweltschutz sensibilisieren“. In: französisch heute (51/4), 5-10.
Wengler, J. (2023). „Digital Storytelling: Potenziale für den Spanischunterricht“. In: Bär, Marcus; Arriagada, Melanie; Gropper, Alexander (Hrsg.): Diálogos en el aula – Digitales Lehren und Lernen als Schnittstelle für die Kompetenzförderung im Spanischunterricht (=Romanische Sprachen und ihre Didaktik), Stuttgart: Ibidem, 209-234.
Wengler, J. (in Vorb.). „Einschätzungen von Lehramtsstudierenden zu Augmented und Virtual Reality als Medium im Fremdsprachenunterricht Spanisch“. In: Franke, Manuela; Höfler, Elke; Lachmund, Anne-Marie: Spanischunterricht ¡¿digital?! Inter@aktion, Interdisziplinarität, Intertextualität im Blick, Berlin: Frank & Timme.
Wintersberger, M., Weiss, M. J., Holmes, C. R., Wagensommerer, T., Munk, C., Vogt, G., Kühn, U., & Püringer, J. (o.J.). Wearable Theatre. The Art of Immersive Storytelling. wearabletheatre.fhstp.ac.at projektbeschreibung/.
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Dissertationsprojekt (Arbeitstitel): Die kubanische Kulturzeitschrift Diáspora(s) und transatlantische intellektuelle Netzwerke [abgeschlossen]
Im Zentrum des Promotionsvorhabens steht die kubanische Intellektuellengruppe Diáspora(s) und das aus ihr hervorgehende gleichnamige literarische Zeitschriftenprojekt. Die Revista Diáspora(s) 1997-2002 ist in acht Ausgaben während der período especial in La Habana mittels realsozialistischer Verbreitungsstrategie samisdat erschienen. Zwar ist die Zeitschrift bis dato in Kuba aufgrund ihrer regimekritischen inhaltlich-ästhetischen Ausrichtung nicht legitimiert, da sie u.a. einen neo-avantgardistischen Gegendiskurs konstituiert. Dennoch gelang es ihren Verfassern, die Zeitschrift mittels Vernetzungsstrategien retrospektiv im Ausland publik zu machen, so dass die acht Ausgaben der kubanischen Zeitschrift mit Zusatzmaterial rund um die kubanischen Entstehungskontexte 2013 von Jorge Cabezas Miranda als Anthologie in Barcelona verlegt wurden. Im Fokus des Promotionsprojektes steht die Ergründung der Zeitschriftenausgaben, ihrer unterschiedlichen Dynamiken und der experimentellen Schreibweisen unterschiedlicher Diáspora(s)-Autoren.
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EU-Projekt ConnecCaribbean (RISE / Marie Skłodowska-Curie Actions (MSCA)/ Horizon 2020 − ConnecCaribbean/Connected Worlds: The Caribbean, Origin of the Modern World)
Projektleitung Hannover: Prof. Dr. Christine Hatzky
Mitarbeiterinnen: PD Dr. Ulrike Schmieder, Natascha Rempel (M.A.)
Projektlaufzeit: 2019-2024
Projektseiten:
https://www.ceags.uni-hannover.de/de/kooperationen-und-projekte/eu-projekt-conneccaribbean
conneccaribbean.comZur Veröffentlichung:
www.ceags.uni-hannover.de/de/genero-e-interseccionalidad-gender-and-intersectionality -
WiF II-Forschungsprojekt: Transatlantische Theorienetzwerke: Akteure, Texte und Strukturen im 20. Jahrhundert
Projektleitung: Dr. Mark Minnes
Mitarbeit: Natascha Rempel (M.A.)
Projektlaufzeit: 01.04.2018-30.06.2019
Ob in beruflichen Zusammenhängen, in der Politik oder im Privaten: Konzept und Praxis der ‚sozialen Netzwerke‘ haben seit Beginn des neuen Jahrtausends und unter neuen technischen Rahmenbedingungen eine unerhörte Konjunktur. In den Geisteswissenschaften hat parallel dazu die Faszination für die Materialität ihrer Gegenstände, Produktionsbedingungen und sozialen Relationen sowie neue, digitale Methodenfelder (digital humanities) zugenommen. Das hier beantragte Projekt erprobt, inwieweit diese Paradigmen dazu geeignet sind, literarische und theoretische Textproduktion als eine historisch tradierte Manifestation ‚sozialer Netzwerke‘ zu beleuchten – und welche Paradigmen sich kritisch davon abgrenzen (z.B. ‚Systeme‘, ‚Familien(ähnlichkeit)‘ oder kunstwissenschaftliche Begriffe). Daher wird im Rahmen dieses Projekts in unterschiedlichen Arbeitsbereichen untersucht, inwiefern literarische Schreibformen als relationale Beziehungsmodelle lesbar werden (Widmung, Zitat, Kommentierung, threads, links) – und umgekehrt.
Zur Projektseite:
https://www.romanistik.uni-hannover.de/en/forschung/literatur-kulturwissenschaft/projekte/transatlantische-theorienetzwerke