Forschung

DISSERTATIONSPROJEKT: EMOTIONALES ERLEBEN DER MÜNDLICHEN FEHLERKORREKTUR IM FREMDSPRACHENUNTERRICHT (ARBEITSTITEL)

Mündliche Fehlerkorrektur ist ein emotionsauslösender Faktor, darüber besteht Konsens in der Forschung. Welche Emotionen durch mündliche Fehlerkorrektur ausgelöst werden und welche Faktoren damit zusammenhängen, ist jedoch kaum erforscht. Dies verwundert, da Emotionen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Lernen und Leistung haben. 

Die zwei Hauptforschungsfragen des Dissertationsprojekts lauten daher: Welche Emotionen können durch mündliche Fehlerkorrekturen im Französischunterricht ausgelöst werden? Und welche Faktoren stehen im Zusammenhang mit dem Auftreten spezifischer Emotionen im Zuge der mündlichen Fehlerkorrektur? 

Die Ergebnisse einer Studie mit über 450 Schülerinnen und Schülern an Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien in Nordrhein-Westfalen sollen diese Forschungslücke schließen. Es erfolgte eine quantitativ-qualitative Schülerfragebogenerhebung, die sich mit der affektiven, kognitiven, physiologischen und motivationalen Komponente im Zuge von mündlichen Fehlerkorrekturen auftretender Emotionen beschäftigte, welche durch Unterrichtsbeobachtungen ergänzt wurde. Die Outcomes der Studie sollen langfristig dazu anregen, die Lehrer*innenausbildung in den Fokus zu nehmen: Die Ausbildung eines emotional vorteilhaften Korrekturstils steht dabei im Vordergrund. 

Berichterstattung über das Dissertationsprojekt

Wissing, Frank: "Befragen leicht gemacht. Studierende und Promovierende können kostenlos Evasys nutzen", in: RUBENS. Neues Leben. Innovative Lehrprojekte der Ruhr-Universität Bochum, Jg. 20, Heftnr. 174, 01.12.2013, Link


DRITTMITTELPROJEKT: ERKLÄR- UND MEDIENKOMPETENZ VON LEHRAMTSSTUDIERENDEN FÖRDERN, AUTONOMES LERNEN BEI SCHÜLERINNEN UND SCHÜLERN UNTERSTÜTZEN

Laufzeit: März – September 2020

Förderung: Studienqualitätsmittel der Leibniz School of Education

Fördersumme: 17.850 €

Die Nutzung des Videoportals YouTube gehört inzwischen zum integralen Bestandteil des Alltags von Schülerinnen und Schülern. Die JIM-Studien der letzten Jahre zeigen, dass das Videoportal bei Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren mit großem Abstand zu den beliebtesten Internetangeboten gehört, auf das die Jugendlichen täglich oder zumindest mehrmals die Woche zugreifen. Dabei wird YouTube nicht nur genutzt, um Unterhaltungsclips zu konsumieren, sondern auch, um sich eigenständig Wissen anzueignen. Das Medium Erklärvideo hat einen festen Platz in der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler eingenommen. Jedoch wünschen sich 60% der befragten Schülerinnen und Schüler eine kritische Auseinandersetzung mit YouTube in der Schule und mehr Hilfestellungen für die Auswahl geeigneter Videos[1]. Gleichzeitig sieht das Strategiepapier „Bildung in der digitalen Welt“ der Kultusministerkonferenz (2016) vor, angehende Lehrerinnen und Lehrer zu „Medienexperten“[2] auszubilden. 

Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Erklärvideos im Spanisch- und Englischunterricht“ im Aufbaumodul Didaktik des Masterstudiums Lehramt an Gymnasien, werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mittels forschendem Lernen ihre Erklär- und Medienkompetenz lerntheoretisch fundiert ausbauen und darüber hinaus ein Konzept entwickeln, das es Schülerinnen und Schülern erleichtert, geeignete Erklärvideos (mit Bezug zum Fremdsprachenunterricht) auf YouTube und anderen Videoportalen, selbstständig auswählen und deren inhaltliche Güte einschätzen zu können. Das Konzept soll in Form eines digitalen Leitfadens von den Studierenden als Erklärvideo umgesetzt und veröffentlicht werden. Die Durchführung des Projektes erfolgt mit Hilfe von Tablets, die während des gesamten Seminarzeitraums zur Verfügung stehen. So wird als Ergebnis den berechtigten Wünschen der Schülerinnen und Schülern nach Hilfe bei der kritischen Auswahl geeigneter Lernvideos nachgekommen und zugleich den Forderungen der KMK bezüglich des Lehramtsstudiums Rechnung getragen, die Studierenden mittels forschendem Lernen unter Einbezug digitaler Technologien für die heutigen und zukünftigen Anforderungen im Lehrerberuf zu befähigen.

Links zu den entstandenen Erklärvideos:

Wie man Schüler*innen dabei hilft, gute Erklärvideos zu identifizieren. Kriterien guter Erklärvideos

¿Cómo encontrar un buen vídeo explicativo? ¡Haz el quiz para saberlo!

How to find a good explanation video

Wie man ein gutes Erklärvideo findet! (Rap)


[1] vgl. Rat für Kulturelle Bildung (2019): Jugend / Youtube / Kulturelle Bildung. Horizont 2019. Studie: Eine repräsentative Umfrage unter 12- bis 19-Jährigen zur Nutzung kultureller Bildungsangebote an digitalen Kulturorten, abrufbar unter: https://www.rat-kulturelle-bildung.de/fileadmin/user_upload/pdf/Studie_YouTube_Webversion_final.pdf

[2] vgl. KMK (2016): Bildung in der digitalen Welt. Strategie der Kultusministerkonferenz, S. 19, abrufbar unter: https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/PresseUndAktuelles/2017/Strategie_neu_2017_datum_1.pdf